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Jugendaustausch verbindet deutsche und irische Kulturen

presseIm Laufe des Lebens wird man einige unvergessliche Eindrücke sammeln. Die neue Erfahrungen entwickeln manchmal sogar eine zuvor unbekannte Bedeutung von Freundschaft. Vielleicht wird sich sogar die Weltsicht ändern. Jugendliche aus Nordirland und Deutschland haben dieses Bewusstsein während der Internationalen Jugendbegegnung vom 25. Juli bis 2. August im Jugendbildungszentrum Berlin erleben dürfen. Jeweils acht Jugendliche aus dem Raum Dahme-Spreewald und Berlin luden zum Rückaustausch Teenager aus der Nähe von Belfast in die Region ein. Bereits im vergangenen Sommer verbrachten einige der Teilnehmer fast zwei Wochen in Nordirland zusammen. Nun, fast ein Jahr später, ist der Kontakt unter den Jugendlichen aus den zwei Nationen nach wie vor eng. Obwohl es einige Veränderungen innerhalb der Gruppen gab, war die Wiedersehensfreude groß. Acht Tage, ganz im Zeichen des kulturellen Austausches, erwarteten die Jugendlichen. Die Nähe zu Berlin und das äußert umfangreiche Angebot an Sport- und Teamworkaktivitäten in Blossin ließen ein abwechslungsreiches Programm mit historischen, gesellschaftlichen und sportlichen Elementen entstehen. Eines der Höhepunkte während des Austausches war das Streetsoccerturnier mit mehr als neun teilnehmenden Nationen. Doch auch Bogenschießen, Klettern und eine Stadtrally in Berlin brachten Alltag und Leben in Deutschland den Gästen aus Nordirland näher.

Obwohl die Lebensweise der einzelnen Jugendlichen schon fast gegensätzlich war, bildete sich im Laufe der Tage ein Fundament aus, auf dem Freundschaften sich entwickelten. Ganz besonders kommt dieser Aspekt auf dem gemeinsamen Blog Insights in another Life zum Ausdruck. Die Jugendlichen entschlossen sich, über dieses Kontaktforum auch weiterhin in Verbindung zu bleiben und haben gleichzeitig dort ihre Erlebnisse während des Austausches dokumentiert. Auf diesem Weg möchte sich auch der Stadtjugendring Königs Wusterhausen, Organisator des Austausches, bei allen Unterstützern und Helfern für das Gelingen des Austausches bedanken.

Bild: Die Nordiren und Deutschen vertrauen sich: Blind klettert ein Teilnehmer die wacklige Riesenleiter hoch und wird durch die anderen Teilnehmer gesichert.


• WIRsein

Schon seitdem der erste Neandertalermann seine Keule schützend vor der Urmutter der Jetztzeitdame schwang, gibt es die wohl interessanteste Diskussion, zu einem Thema, das ganze Völker in zwei Lager zuteilen vermag: Die Männer-Frauen-Utopie.

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Carpe diem

22Jun09

Oder: Warum der Mensch verlernt hat, glücklich zu sein.

• WIRsein

„Ich fühle, also bin ich“.

Wir Menschen sind sonderbar. Einerseits versuchen wir, die Welt zu rationalisieren. Ganze Epochen widmen sich der Aufgeklärtheit des Geistes. Wir schärfen den Verstand und preisen die hohe Kunst des Denkens. Doch bei allem Intellekt und Scharfsinn sind wir stets auf der Jagd nach dem einen Goldschimmer, der wie Honig unser Seelenheil zusammenhält und der Hoffnung Psyche ist. Diesem einen Gefühl: Glück. So intensiv spürbar und doch in keiner Form gleichkommend beschreibbar. Wir streben in unserem Wesen einen ausgefüllten Tag entgegen. Wir wollen den Tag nutzen und wünschen uns einander in Adaption an „carpe diem“, ihn gar so zu leben, als wäre es der Letzte.

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• WIRsein

Seine Mutter missbrauchte ihn jahrelang und fügte ihm seelische Wunden zu, die bis heute nicht verheilt sind … Die erschütternde Lebensgeschichte über eine traumatische Kindheit, den Teufelskreis der Gewalt – und den Weg zurück ins Leben.

Lemke und Marquardt

Lemke und Marquardt

Die Kapelle ist hell erleuchtet. Das Blau und Gelb der Wände harmoniert gut miteinander, ein süßlicher Geruch liegt in der Luft. Allmählich füllt sich der Raum. Zuerst die Frauen, dann die Männer. Das Gelächter verklingt im Schlüsselgeklapper und dem Piepsen der Funkgeräte. Langsam wird es eng zwischen all den Insassen der Justizvollzugsanstalt (JVA) Duben. Andreas Marquardt, einst Berlins brutalster Zuhälter, las Anfang des Monats im Hochsicherheitsgefängnis vor den Gefangenen. Inhaftiert wegen Menschenhandel, Anstiftung zum Mord und schwerer Körperverletzung kam Marquardt für acht Jahre in den Knast. Die goldene Rolex wich spartanischen acht Quadratmetern. In Tegel, Deutschlands erstem Gefängnis, lernte er Jürgen Lemke, seinen späteren Psychotherapeuten kennen. „Meine Anwältin brachte mich dazu, zu einem Therapeuten zu gehen“, erzählt Marquardt. Im Laufe der Sitzungen entstand das Buch „Härte“, eine Autobiografie über den ehemaligen Zuhälter.

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Männerküche

07Mai09

• WIRsein

Wir alle kennen sie. Die Geschichten von angesengten Pizzen, geschmacklich fraglichen Kochexperimenten und verstümmelten Küchengerätschaften. Schlimmer als die knurrenden Mägen der zu bekochenden Gäste ist in diesem Moment wohl der Blick in die Augen der Mutter um ihr das Chaos zu erklären. In ihrem Heiligtum, der Küche. Was einst Sammelstätte der Familie war, gleicht nun vielmehr einem Schlachtfeld. Wenn sich die Jugend in kulinarischen Kreationen probiert, sollten nicht nur die Mägen der bedauernswerten Testesser robust sein. Auch das Inventar hat einiges auszuhalten. Hilfe bei der richtigen Auswahl praktischer Küchenhelfer gibt es vom Profi. Danny Sklomeit, Inhaber des SKL-Küchenstudios Lübben weiß, was Singlemänner und Kochnieten an der Front zwischen Herd und Spüle brauchen. „Im Wesentlichen gibt es in jeder guten Küche drei elementare Bereiche: Kühlen, Kochen, Spülen“, erkläre Danny Sklomeit, der sich noch gut an seine ersten Versuche in der Küche erinnern kann. Vollautomatische, mit einem kommunizierende, in Amplituden heizende Hightech-Backöfen lassen nicht nur das Herz des Fachmannes höher schlagen. Mit dem nötigen Kleingeld kann so selbst die Schwiegermutter mit einem perfekten Sonntagsbraten überzeugt werden. Ja sogar der Abwasch ist längst kein Problem mehr. Geschirrspüler in allen Größen und Variationen ersparen das monotone Tellerschrubben. „Zu guter Letzt passt sich die Ausstattung einer Küche immer den eigenen Ansprüchen an“, ergänzt Herr Sklomeit. Ob nun Mikrowelle oder Multi-Dampfgarer. Wie so oft gilt hier auch: Wer hat, der kann. Und wem das finanzielle Pölsterchen für ausgeklügeltes Zubehör fehlt, der muss wohl auch in Zukunft auf Tiefkühlpizza zurückgreifen. Oder sich eine kochbegeisterte Frau suchen.


• WELTsein

Auch wenn sie öffentlich gern gegenteilig argumentieren: Irgendwann fragt sich jeder heterosexueller Mann, wie es wäre, Sex mit einem Schwulen zu haben.

*Sven ist schwul. Das weiß er, seit er zehn ist. Herausgefunden hat er seine Zuneigung zu Männer beim heimlichen Porno gucken. Geschlechtsverkehr mit einer Frau kennt er nicht und kann er sich auch nicht vorstellen. „In meiner Jugend habe ich zwar öfters um die Gunst der Mädels gebalzt. Frauen habe ich auch schon geküsst. Aber der Sex ist für mich kein Reiz“, erzählt Sven, der sein erstes Mal auf dem Schulklo hatte. Um 1999 hatte er sein Coming-out. Leider könne er sich nicht mehr an das genaue Datum erinnern, dafür aber umso besser an die Situation: „Es war beim Mittagessen. Meine Eltern haben ganz normal reagiert. Sie haben es wohl schon immer geahnt“, beschreibt er.

Sven, wie er dort sitzt in seinem Sessel. Vollkommen „unschwul“. Keine abgeknickten Handgelenke. Kein nasal-gekünsteltes Sprechen. „Alles nur Klischee. Es gibt zwar Leute mit den typisch tuntigen Gesten, ich kann darüber aber nur lachen“, klärt Sven auf und wiederlegt im selben Atemzug das Vorurteil der Rollenverteilung. „Es gibt zwar homosexuelle Beziehungen, in denen ein Mann den weiblichen Part übernimmt. Die Regel ist das aber nicht.“

Und wie lebt es sich als Schwuler im Spreewald? „Intoleranz und abwertende Reaktionen hat jeder von uns schon erlebt. Aber im Allgemeinen lebt man hier gut.“ Wenn Sven nicht gerade beruflich auf Montage ist, dann fährt er zeitweilig gern nach Berlin zum Feiern. „Hier ist die Szene größer. Man macht einfacher Bekanntschaften.“ Verliebt habe er sich auch schon in Heterosexuelle. Es ist, so sagt er, umso schwerer wenn man merkt, dass sich von vornherein nichts entwickeln kann. „Einige reagieren aber auch ganz offen. Für mich ist dann die Verlockung da, auszuloten, wie weit man gehen kann.“ Ausloten muss nicht nur Sven sein Verhalten. In einer so offenen Gesellschaft sollten abwertende Bemerkungen über Schwule der Vergangenheit angehören. Letztlich sucht jeder nun einen Partner für ein gemeinsames Leben.

*Name geändert