• WIRsein

Schon seitdem der erste Neandertalermann seine Keule schützend vor der Urmutter der Jetztzeitdame schwang, gibt es die wohl interessanteste Diskussion, zu einem Thema, das ganze Völker in zwei Lager zuteilen vermag: Die Männer-Frauen-Utopie.

Als ob Feuer und Wasser eine Bindung eingehen könnten. Knapp zwei Millionen Jahre nach dem ersten Homo Erectus kämpfen Frauen für Emanzipation und Männer um das Recht, rosarote Hemden zu tragen. Das alles wäre doch gar kein Anlass auf die Barrikaden zu gehen, gäbe es das ein oder andere standhafte Vorurteil nicht. Es soll Frauen geben, die Ihresgleichen am liebsten in der Küche sähen und Männer im Blaumann auf der staubigen Baustelle. Zeit, daran etwas zu ändern und der Männerwelt klar zu machen, dass der Gedanke, Frauen mit einfältigen Blondinenwitzen zu erheitern, im besten Fall mit einem abfälligen Blick gestraft wird.

Euren scheinbar unterkühlten Charme, liebste Männer, könnt ihr schnell in feuriges Temperament umwandeln, wenn ihr euch einmal bewusst machen würdet, wie die weiblichen Geschöpfe beim Anblick eines Mannsbildes reagierten. Das durchaus betörende Auftreten hat schon der einen oder anderen Frau den Kopf verdreht. Anstatt jedoch dem sehnsüchtigen Anhimmeln endlich ein Ende zu bereiten, ignoriert Mann das Lechzen der Dame und ringt sich gerade noch zu einem freundschaftlichen Lächeln durch. Runter vom Tageshoch. Frau beschwichtigt sich mit der Annahme, Männer seien einfach nur biologisch ignorant vorprogrammiert. Das Männer allerdings auf diese feinfühligen Lockversuche nicht entsprechend reagieren, mag vielleicht an der unterschwelligen Schüchternheit des Herren liegen. Das scheinbar starke Geschlecht gerät beim Anblick des potentiellen Partners ziemlich schnell in Verlegenheit und verlässt sich stattdessen auf den Emanzipationsanspruch der Frauen, der sich hoffentlich auch beim Anflirten meldet. Was bedeutet, dass wir Frauen die Zügel des Glückes öfter einmal in die Hände nehmen müssen. Sollte dann irgendwann der Mann fürs Leben gefunden sein, müssen wir schnell mit Ernüchterung feststellen, dass aus dem einstigen Herzblatt bald eine faule Couchpotato geworden ist.

Der einzige Reiz wird allzu bald in der Entschlüsselung der animalisch anmutenden Laute liegen, die der Liebste gerade noch zustande bringt, um sein Bier zum Fußball an den Fernseher gebracht zu bekommen. Doch fairer Weise muss ich mich zu dem Zugeständnis hinreißen lassen, dass trotz aller Macken an einem Mann immer noch das schönste ist, wenn Frau mit Eiszapfen an den Füßen ohne Murren den Blutfluss Richtung Beine ankurbeln kann, indem sie sich an seinem Körper aufwärmen darf. Danke Jungs =)

Bild: jugendfotos.de / iamnowhere



11 Responses to “Warum Frauen Frauenwitze gar nicht lustig finden”  

  1. Meiner Meinung nach schreibst du nicht sonderlich emanzipatorisch, sondern wärmst selbst die alten Klischees wieder auf. Auch wenn dein Text natürlich ironisch-witzig geschrieben ist, gehe ich dennoch davon aus, dass du – deine Überschrift lässt dies vermuten – eigentlich den Kern der Dinge treffen wolltest: Rollenzuschreibungen der Geschlechter gehören abgeschafft! Aber mit deinem Text bewirkst du nur das Gegenteil – eine Verfestigung der Klischeevorstellungen …

  2. Zumindest Ziel erreicht: Man macht sich darüber Gedanken. Und, wer behauptet auch, dass manche Klischees sich nicht auch bestätigen?

  3. Ich! Klischees über Rollenvorstellungen „bestätigen“ sich nur dadurch, dass zufällig eine Eigenschaft eines Menschen mit ihnen übereinstimmt. Doch das ist nur reiner Zufall. Klischees sind zumeist negativ konnotierte Vorurteile: Sie sind überflüssig, irrsinnig, können nicht wissenschaftlich begründet oder von irgendetwas abgeleitet werden und sollten von daher keine Daseinsberechtigung haben. Klischees nutzen niemanden. Wir sollten Rollenbilder längst überwunden haben und nicht mehr nach augenscheinlichen Mustern suchen – weil es sie nicht gibt.

  4. Wir packten Menschen in ein Raster und das kann unter Umständen hilfreich, wenn nicht sogar überlebensnotwendig sein. Wir sind konzipiert, jeden Menschen, den wir treffen, kennenzulernen, was aber – selbstverständlich – heute nicht mehr geht. Etwa 150 Personen können wir zu unserem Bekanntenkreis zählen und auch näher bestimmen. Den Rest vergessen wir. Bevor wir überhaupt enger in Kontakt kommen, packen wir fremde Menschen in ein Raster. Ein Stereotyp entsteht. Vorurteile und damit auch Klischees entwickeln sich. Der erste Eindruck kann einem helfen, wenn man richtigerweise eine Person als gefährlich einstuft. Aber dieses Abschätzen erlernt man erst im Laufe der Jahre. Letztlich auch durch Klischees. Man kann sie nicht abschaffen. Sie helfen uns überhaupt Menschen einzuschätzen. Einzig Toleranz und Akzeptanz als Kompromiss kann man erlernen.

  5. Das mag richtig sein, dennoch: Was haben Geschlechterrollen damit zu tun?! Wozu sollen diese dienlich sein?

    Einen ersten Eindruck von Menschen erhalte ich aufgrund meiner Erfahrungen, die ich mit Menschen mit ähnlichen Charakterzügen gemacht habe. Die Schnittmenge „Geschlecht“ wäre dafür ein wenig zu inkonkret. Man stelle sich vor, dass es nur 12 Typen von Menschen gebe, allein, weil es lediglich 12 Sternzeichen gibt und sich jeder Mensch ja seinem Sternzeichen nach verhalten soll. Unsinn?! Achso.

    Zudem: Warum bipolare Geschlechterrollen? Was ist mit Transgendern und Intersexuellen? Welche Rolle soll ihnen zugeschrieben werden? Ich bin mir sicher, dass sich bereits hier erahnen lässt, welche fatalen Konsequenzen bipolare Geschlechterrollen und deren Zuschreibungen nach sich ziehen können und wie sich Menschen fühlen müssen, die sich selbst weder als Mann noch als Frau definieren wollen und/oder können.

  6. Ja, das ist durchaus nachvollziehbar.

    Dennoch denke ich, dass Vorurteile und Klischees zu einer Gesellschaft dazu gehören und daraus sich auch viel zu jener erkennen lässt. Sie verändern sich auch. Der Nutzen ist vielleicht nicht mehr nachvollziehbar.

  7. Im letzten Punkt stimme ich dir zu. Unsere Welt ist einfach wahnsinnig verrückt und manchmal auch schlicht und ergreifend unverständlich. ;)

  8. 8 kopfgefuehl1

    Da muss ich mich doch wirklich einmischen:
    Was findest du an Klischees nützlich bzw. sinnvoll, Sophia?
    Zur raschen Einordnung von Unbekannten, die wir auch nicht näher kennen lernen können, gebrauchen wir Stereotype, das ist klar.
    Aber Klischees sind -wie ihr sagtet- stets Aspekte einer Persönlichkeit, die man abwertend sieht!
    Gegen eine „Rollenverteilung Mann-Frau“ spricht grundsätzlich, dass nicht jeder Mann/jede Frau die ihm/ihr zugedachte Rolle erfüllen kann – und oft schon gar nicht erfüllen will! Und damit meine ich gerade die männliche Welt: Es ist (wie in deinem Text) viel bequemer, sich bedienen zu lassen oder einfach zu warten, bis jemand anderes die Arbeit macht! Und wer macht die? So kenne ich es.

    Da wächst eine ganze Generation von Computerdienern heran, die keinen Sport treibt, nicht „rausgeht“, keine Hausarbeit leistet – und folglich auch nicht in der Lage ist, körperlich schwere Arbeit zu leisten. Die übernehmen dann die etwas sportlicheren und ohnehin emsigen Mädchen einfach mit.
    So einfach ist das.

    Was ich mit diesem absoluten Urteil sagen will, ist nicht die pauschale Abwertung von Jungs oder Männern. Vielmehr: Frauen sind in der Lage, das selbe zu leisten wie Männer – und umgekehrt! Das kann doch nur eine Frage der Übung sein. Wie eben beim Sport.

  9. … Sollte dann irgendwann der Mann fürs Leben gefunden sein, müssen wir schnell mit Ernüchterung feststellen, dass aus dem einstigen Herzblatt bald eine faule Couchpotato geworden ist … Naja, das trifft ja nun auch nicht auf jeden zu. Auch bei Frauen kann man das gleiche behaupten. Ich glaube, dass ist ganz normal wenn man zusammen lebt. Man muss sich auch von seiner natürlichen Seite zeigen :-)

  10. @ kopfgefuehl
    „Da wächst eine ganze Generation von Computerdienern heran, die keinen Sport treibt, nicht „rausgeht”, keine Hausarbeit leistet – und folglich auch nicht in der Lage ist, körperlich schwere Arbeit zu leisten“ – ist das – wenn auch absolut – nicht eine Art von Klischee oder Verallgemeinerung? Ich verteidige sie nicht, vielmehr habe ich versucht mir Gedanken zu machen, wie sie zu stande kommen und in diesem Zusammenhang auch, welche Bedeutung sie haben. Sie sind eine Herausforderung für jene, die sie wiederlegen wollen. Allein die Geschichte zeigt, dass Klischees (vlg. über Juden) schreckliches anrichten können.

    @ Thorsten
    Ohh, man muss sich wohl nur Gedanken machen, wie man die betreffende Person von der Couche bekommt … ^^

  11. Zuerst himmelhoch jauchzend und dann zu Tode betrübt. Wer hat sowas nicht schon erlebt wenn man einige Zeit mit einem Partner leeirt ist. Ich denke man sollte über die Jahre andere gemeinsame Interessen finden. Jeder wird auf unterschiedliche Dauer langweilig.


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