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Auch wenn sie öffentlich gern gegenteilig argumentieren: Irgendwann fragt sich jeder heterosexueller Mann, wie es wäre, Sex mit einem Schwulen zu haben.

*Sven ist schwul. Das weiß er, seit er zehn ist. Herausgefunden hat er seine Zuneigung zu Männer beim heimlichen Porno gucken. Geschlechtsverkehr mit einer Frau kennt er nicht und kann er sich auch nicht vorstellen. „In meiner Jugend habe ich zwar öfters um die Gunst der Mädels gebalzt. Frauen habe ich auch schon geküsst. Aber der Sex ist für mich kein Reiz“, erzählt Sven, der sein erstes Mal auf dem Schulklo hatte. Um 1999 hatte er sein Coming-out. Leider könne er sich nicht mehr an das genaue Datum erinnern, dafür aber umso besser an die Situation: „Es war beim Mittagessen. Meine Eltern haben ganz normal reagiert. Sie haben es wohl schon immer geahnt“, beschreibt er.

Sven, wie er dort sitzt in seinem Sessel. Vollkommen „unschwul“. Keine abgeknickten Handgelenke. Kein nasal-gekünsteltes Sprechen. „Alles nur Klischee. Es gibt zwar Leute mit den typisch tuntigen Gesten, ich kann darüber aber nur lachen“, klärt Sven auf und wiederlegt im selben Atemzug das Vorurteil der Rollenverteilung. „Es gibt zwar homosexuelle Beziehungen, in denen ein Mann den weiblichen Part übernimmt. Die Regel ist das aber nicht.“

Und wie lebt es sich als Schwuler im Spreewald? „Intoleranz und abwertende Reaktionen hat jeder von uns schon erlebt. Aber im Allgemeinen lebt man hier gut.“ Wenn Sven nicht gerade beruflich auf Montage ist, dann fährt er zeitweilig gern nach Berlin zum Feiern. „Hier ist die Szene größer. Man macht einfacher Bekanntschaften.“ Verliebt habe er sich auch schon in Heterosexuelle. Es ist, so sagt er, umso schwerer wenn man merkt, dass sich von vornherein nichts entwickeln kann. „Einige reagieren aber auch ganz offen. Für mich ist dann die Verlockung da, auszuloten, wie weit man gehen kann.“ Ausloten muss nicht nur Sven sein Verhalten. In einer so offenen Gesellschaft sollten abwertende Bemerkungen über Schwule der Vergangenheit angehören. Letztlich sucht jeder nun einen Partner für ein gemeinsames Leben.

*Name geändert



6 Responses to “Und wie liebst du so?”  

  1. Ich habe heute eine Reportage über Homosexualität in der Türkei gesehen. Da meinte eine Psychologin, dass Männer, die mit einem Transvestiten Sex haben, dass nicht als homosexuelle Erfahrung sehen.

    Was ich auch nicht verstehe: Polizisten, die Transvestiten verhaftet haben (angeblich aufgrund von Prostitution), sollen diese Männer dann auch zum Teil vergewaltigt haben. Das ist dann nicht abartig, oder wie?

  2. In Thailand ist es auch nicht besser. Sogenannte Ladyboys verkaufen ihren Körper an europäische Sextouristen um sich ihre Geschlechtsumwandlung leisten zu können. Pro Nacht 10 Euro.

  3. Gut geschrieben, finde ich! :)

  4. Hihi, Danke ;)

  5. Ein sehr gelungener Eintrag, sowas liest sich gut…

    Die Gesellschaft in Deutschland ist nicht wirklich so offen, wie wir immer vermuten. Gewalt gegenüber Schwulen udn Lesben existiert überall. Sei es in Form von Beschimpfungen oder Ausgrenzung, sogar körpeliche Gewalt kommt immer häufiger vor. Es ist also and er Zeit ein Zeichen zu setzen! Unterstützt die Aktion zum Internationalen Tag gegen Homophobie: Take up to the IDAHO Challenge!

    http://blog.gays.de/2643/internationaler-tag-gegen-homophobie-idaho-jetzt-bist-du-dran/

  6. Find den Eintrag auch sehr gut!
    Man könnte wirklich ein wenig mehr Toleranz an den Tag legen, schließlich sind Homosexuelle auch nur Menschen und sie schaden ja niemanden. Aber ich glaub in den letzten Jahren hat sich die Situation um einiges gelockert und heutzutage hat fast jeder Homosexuelle im eigenen Freundeskreis.


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