Dorfkinds Weltsicht [3]
14. Februar
Manchmal habe ich einfach nur das Gefühl laut loszulachen. Nicht etwa, weil ich besonders gute Laune hätte. Vielmehr weil die Dummheit mancher Mitmenschen so beschämend ist, dass Lachen den Tränen vorzuziehen ist.
Dummheit der Lächerlichkeit preisgeben.
So sitze ich hier und schreibe. Lenke mich ab. Scheine beschäftigt. Und trotzdem lacht der kleine Neonazi mir ins Gesicht. Er fühlt sich großartig. Schreit mehr als dass er redet. Erzählt seinem Freund vom letzten Kameradschaftstreffen. Vom Marschieren. Von Demonstrationen. Dass er weniger trinken solle. Er stinke.
Und im Hintergrund plärrt hetzerisches Gegröle.
Pure Provokation. Neben mir ein Skinhead und Punk. Beide gute Freunde.
Ich bin leicht stolz. Fühle mich bestätigt, heute mein T-Shirt mit dem zerschlagenen Hakenkreuz zu tragen. Es tut gut. Gestern erst zu Vorsicht gemahnt, hier – in Brandenburg – lieber nicht meine Meinung so zum Ausdruck zu bringen. Heute weiß ich warum. Weiß ich, warum tausende in Dresden gegen Neonazis demonstrieren. Warum neben mir die Fäuste geballt werden, wenn in Sachsenhausen vom jüdischen Abschaum gesprochen wird.
Happy Valentinstag.
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Tags: Brandenburg, Gedanken, leben, Nazi, Revolution, Uckermark, Worte, Wut


Name: Sophia Wilk


Shit shit shit, das nervt nicht nur mit den Nazis, die sind auch irgendwie so … überflüssig. Und das man schon Mut braucht überhaupt ein T-Shirt mit „Nazis? -nein danke“ zu tragen. Wo leben wir? Danke Dorfkind.