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Leuchtreklamen weisen auf die nächsten Übernachtungsmöglichkeiten hin. Von der nahe gelegenen Straße dringt ein monotones Brummen an einen Ort, der nach Ruhe verlangt. In Mitten der Menschenmassen finden sich knapp 40 Jugendliche, um in stiller Andacht der mehr als 1,1 Millionen Opfer zu gedenken, die im Prozess der Vernichtungsmaschinerie in Auschwitz ermordet wurden. kz-auschwitz

„Mir kamen fast die Tränen, als wir vor dem Krematorium standen und im Gedicht beschrieben wurde, wie Kinder durch den Schornstein stiegen“, erzählt eine Teilnehmerin im Nachhinein. Vor Ort ist wenigen Jugendlichen, die vom 27. bis 31. Oktober über die Jugendverbände LDS in Krakau / Auschwitz waren, nach Reden zumute. Selbst das Wetter passt sich dem Gemüt an. Graue Schleier am Himmel tauchen die Spuren der nationalsozialistischen Verbrechen in kaltes Licht.

Vielleicht waren es Angst oder Mitleid, unterschwelliger Hass oder Trauer, die im Vernichtungslager lähmten. War es doch die Großmutter, die mit Freude im Bund Deutscher Mädel agierte. War es doch der Opa, der im Konzentrationslager starb. Sind es doch die Neonazis, die jene Zeit so preisen. Aus Unwissenheit? „Never forget. Never again“. Nie vergessen. Niemals wieder. Das Motto unter dem die Fahrt nach Polen stand. Aufarbeitung der Geschichte am Ort des Geschehens.

Noch in Krakau sind die Spuren der Nazis deutlich. Auf einem jüdischen Friedhof zieht eine Klagemauer am Rand der Gräber vorbei. Zertrümmerte Bruchstücke ehemaliger Grabsteine, als Pflastersteine missbraucht, erinnern an die Zeit um 1940. Trotzdem begeistert die Altstadt mit ihrer einmaligen Architektur, welche die Jugendlichen während eines Stadtrundganges bewundern dürfen. Es bleibt ein Mix der Gefühle, zwischen Bedrücken in Auschwitz und Neugier in Krakau. Die Zeit vermag einige Dinge zu vertuschen. Drum ist es umso mehr Aufgabe, Geschichte, wie den Holocaust, nicht vergessen zu lassen. Damit letztlich nicht bleibt: Am Ende kommen nur Touristen.



2 Responses to “Am Ende kommen Touristen”  

  1. ohwwww yeah
    da bin ich ganz deiner meinung
    sehr guter blog weiter so
    ich komme gerne wieder

  2. Danke =)

    Auschwitz schockt. Das empfindet wohl jeder so, der einmal dort war.


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