… Arbeiter

Teil 7

• WIRsein

GELD! (stieg mir in den Sinn)

ERFOLG! (erwartete ich mir)

ERFAHRUNG! (konnte ich gebrauchen)

Die Ausgangssituation: Mein achtzehnter Geburtstag.
Ein pulsierendes Fest, pompöse Geschenke, ausgelassene Gäste – Die Visionen eines Normalsterblichen beim Gedanken an die Volljährigkeitsparty im 21. Jahrhundert. Rechne man die alkoholisierten Jungdamen hinzu, die im Rausche des Feierlichkeiten freizügige Bekanntschaften mit Rotweinbowle und Schaumgetränken gemacht haben, so kann ich mich getrost in die Schlange der klischeehaften Vorstellungen Mittvierziger über die deutsche Jugend und ihre Partygewohnheiten einreihen.

Wären da nur nicht die kleinen Widerhaken, die einem die Lust an der neu gewonnenen Freiheit rauben …

Bequem, wirklich bequem drückte sich mein Hinterteil in die weiche Polsterung. Die Farbe – gewöhnungsbedürftig, obwohl ja weiß gerade im Trend liegen soll.
Ein bisschen „NEU“ lag noch in der Luft. Der typische Geruch aus Synthetik und Werkstatt. Provoziert Kopfschmerzen, aber das nur am Rande.
Doch das Beste: Der Tank war voll.

Welch ungemeinen Fahrspaß man genießt, wenn das Auto frei von nervösen, überempfindlichen Elternteilen ist, die Musik Vibrationen im Lenkrad auslöst und eine frische Briese durch das halb geöffnete Dachfenster pfeift.
Doch … Plötzlich und unerwartet, der Blick auf die Tanknadel. Ein Graus.

Die Lösung: Ein Job muss her!

Leichter gesagt als getan. Doch wie es der Zufall will, lohnte sich mein täglicher Blick ans Schwarte Brett in der Schule endlich und erlöste mich von endlos Telefonaten mit potentiellen Arbeitgebern.
Das Schlossrestaurant suchte. Und fand mich.

Als Genießer und Liebhaber kulinarischer Gaumenfreuden passte der Aushilfsjob zu mir in Lübbens bester Küche wie die Zwiebel zur Leber.

So waren die langen Abende in der stickigen Küche gefüllt voller Elan und Tatendrang, der zumindest ein bisschen mein missglücktes Talent im Küchenhandwerk übertünchte.
Stunde um Stunde eilten dahin. Die Beschäftigung ließ die Zeit schnell verstreichen.

Müde, K.O. und im Hinterkopf die unerledigten Hausaufgaben gingen auch diese Abende der Einarbeitungszeit zu ende.
23 Uhr – mein Bett naht.

Fazit: Fahrspaß impliziert müde Beine, raue Hände und Tränensäcke. Vom Gezetere meiner Chemielehrerin ganz zu schweigen …


// Die fabelhafte Welt der
… Frauen (Teil 6)


// Geschmacklos?



2 Responses to “Die fabelhafte Welt der”  

  1. Nicht der einfachste Aushilfsjob der Welt … hab auch schon in einer Restaurantküche gearbeitet und den Geruch tagelang nichtaus meinen Haaren bekommen ;(


  1. 1 Die fabelhafte Welt der « schwindelFREI

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