Lübben demonstiert
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Am vergangen Samstag, den 12. April, sind unter lauten Bekundungen erneut mehr als 350 rechtsextremistische Anhänger in Lübben aufgelaufen. Bereits im Dezember 2006 zogen die Neonazis eine braune Spur durch den Touristenmagnet im Spreewald.
Anlass der Demonstration war in diesem Jahr die Schließung des rechten Jugendtreffs „Bunker 88″. Bereits in mehreren Großeinsätzen rückte die Polizei in die angemieteten Räumlichkeiten der ehemaligen Brauerei ein. Allein zwischen 2006 und 2007 hat die Polizei acht Veranstaltungen im Bunker registriert, vier davon aufgelöst.
Bereits am Vortag versammelten sich Bürger auf der von der Stadt organisierten Gegenveranstaltungen auf dem Marktplatz.
Am Samstag traten mehrere hundert Demokraten und Antifaschisten den Rechten entgegen und demonstrierten mit einer Mahnwache und einem Zug durch die Stadt friedlich gegen Nationalsozialismus und Ausländerhass. Mit 136 Holzkreuzen setzte Ilka Gelhaar-Heider und um ihr das Forum gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit ein Zeichen für die Opfer rechter Gewalt seit 1990 in Deutschland.
Der Lübbener Bürgermeister Lother Bretterbauer bekundete sein Vorhaben, den „Bunker 88″ bis spätestens zu den nächsten Kommunalwahlen abgerissen zu haben. Aus dem Industriegelände nahe des Bahnhofes soll dann ein Wohngebiet enstehen.
Allerdings würde den Neonazis damit nur eine Grundlage ihres Handelns genommen werden. Die aktive Arbeit an den Schulen, vor allem der Gesamtschule, wäre damit nicht beendet. Bereits bei Siebtklässlern hätten sich rechte Gedanken verfestigt.
Die Stadt reagiert mit der Gründung des Forums „Tolerantes Lübben“ auf das steigende braune Problem und will somit nachhaltig präventiv agieren.
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Seit der letzten rechtsgerichteten Demonstration 2006 in Lübben hat sich wenig getan in der Spreewaldstadt. Ein von der Stadt propagiertes linksextremistisches Problem verdeckte damals noch die wesentlich stärkeren neofaschistischen Ausprägungen. Auch stieg die Aufmerksamkeit in der Bevölkerung nicht. Vielmehr stießen Aktionen gegen Rechts auf wenig Resonanz. Die Lübbener sind – trotzt der steigenden Feindseligkeiten – nicht sensibel genug, um rechtsextreme Züge im Anfangsstadium zu bemerken. So bleibt die immer häufiger getragene Thor Steinar Kleidungsmarke fast gänzlich unbeachtet. Klischeehafte Erkennungsmerkmale, wie Springerstiefel, kurz rasiertes Haar und hochgekrempelte Jeans beherrschen schon lange nicht mehr das Bild der Szene. Ebenso sind kaum die laut krakelten Parolen der Neonazis von anderen Gruppierungen zu unterscheiden. „Soziale Gerechtigkeit“ oder „Recht auf Selbstbestimmung“ ließen sich ebenso gut zu Linksorientierten zu ordnen.
In den Schatten der reichlich diskutierten Naziproblematik in Lübben fällt die ausgeprägte alternative Jugendkultur. Füllen die halbstarken Pseudofaschisten Seiten der regionalen Presse, fällt der mittlerweile deutschlandweite Erfolgt einiger heimischer Bands gänzlich in den Hintergrund (siehe Serie: Spreewälder Kunstschöpfer).
• Zum weiterlesen •
Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit
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Tags: Aktion, Antifaschismus, Demonstration, Gesellschaft, Jugend, Provokation, Rechtsextremismus, Spreewald, Szene, Uncategorized


Name: Sophia Wilk


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