Carpe diem
Oder: Warum der Mensch verlernt hat, glücklich zu sein.
• WIRsein •
„Ich fühle, also bin ich“.
Wir Menschen sind sonderbar. Einerseits versuchen wir, die Welt zu rationalisieren. Ganze Epochen widmen sich der Aufgeklärtheit des Geistes. Wir schärfen den Verstand und preisen die hohe Kunst des Denkens. Doch bei allem Intellekt und Scharfsinn sind wir doch stets auf der Jagd nach dem einen Goldschimmer, der wie Honig unser Seelenheil zusammenhält und der Hoffnung Psyche ist. Diesem einen Gefühl. Glück. So intensiv spürbar und doch in keiner Form gleichkommend beschreibbar. Wir streben in unserem Wesen einen ausgefüllten Tag entgegen. Wir wollen den Tag nutzen und wünschen uns einander in Adaption an „carpe diem“, ihn gar so zu leben, als wäre es der Letzte.
Filed under: freithema | Leave a Comment
Tags: Alltag, auf und ab, carpe diem, denken, Essay, Gedanken, glück, kummer, leben, leid, Rosa, Tod, weltsicht
• WIRsein •
Seine Mutter missbrauchte ihn jahrelang und fügte ihm seelische Wunden zu, die bis heute nicht verheilt sind … Die erschütternde Lebensgeschichte über eine traumatische Kindheit, den Teufelskreis der Gewalt – und den Weg zurück ins Leben.

Lemke und Marquardt
Filed under: freithema | 1 Comment
Tags: Duben, Gewalt, Härte, JVA, Knast, Lemke, Lesung, Marquardt, Missbrauch, Prostitution, Sex, Zuhälter
Männerküche
• WIRsein •
Wir alle kennen sie. Die Geschichten von angesengten Pizzen, geschmacklich fraglichen Kochexperimenten und verstümmelten Küchengerätschaften. Schlimmer als die knurrenden Mägen der zu bekochenden Gäste ist in diesem Moment wohl der Blick in die Augen der Mutter um ihr das Chaos zu erklären. In ihrem Heiligtum, der Küche. Was einst Sammelstätte der Familie war, gleicht nun vielmehr einem Schlachtfeld. Wenn sich die Jugend in kulinarischen Kreationen probiert, sollten nicht nur die Mägen der bedauernswerten Testesser robust sein. Auch das Inventar hat einiges auszuhalten. Hilfe bei der richtigen Auswahl praktischer Küchenhelfer gibt es vom Profi. Danny Sklomeit, Inhaber des SKL-Küchenstudios Lübben weiß, was Singlemänner und Kochnieten an der Front zwischen Herd und Spüle brauchen. „Im Wesentlichen gibt es in jeder guten Küche drei elementare Bereiche: Kühlen, Kochen, Spülen“, erkläre Danny Sklomeit, der sich noch gut an seine ersten Versuche in der Küche erinnern kann. Vollautomatische, mit einem kommunizierende, in Amplituden heizende Hightech-Backöfen lassen nicht nur das Herz des Fachmannes höher schlagen. Mit dem nötigen Kleingeld kann so selbst die Schwiegermutter mit einem perfekten Sonntagsbraten überzeugt werden. Ja sogar der Abwasch ist längst kein Problem mehr. Geschirrspüler in allen Größen und Variationen ersparen das monotone Tellerschrubben. „Zu guter Letzt passt sich die Ausstattung einer Küche immer den eigenen Ansprüchen an“, ergänzt Herr Sklomeit. Ob nun Mikrowelle oder Multi-Dampfgarer. Wie so oft gilt hier auch: Wer hat, der kann. Und wem das finanzielle Pölsterchen für ausgeklügeltes Zubehör fehlt, der muss wohl auch in Zukunft auf Tiefkühlpizza zurückgreifen. Oder sich eine kochbegeisterte Frau suchen.
Filed under: freithema | Leave a Comment
Tags: Herd, Küche, kochen, Männer, Single
Und wie liebst du so?
• WELTsein •
Auch wenn sie öffentlich gern gegenteilig argumentieren: Irgendwann fragt sich jeder heterosexueller Mann, wie es wäre, Sex mit einem Schwulen zu haben.
*Sven ist schwul. Das weiß er, seit er zehn ist. Herausgefunden hat er seine Zuneigung zu Männer beim heimlichen Porno gucken. Geschlechtsverkehr mit einer Frau kennt er nicht und kann er sich auch nicht vorstellen. „In meiner Jugend habe ich zwar öfters um die Gunst der Mädels gebalzt. Frauen habe ich auch schon geküsst. Aber der Sex ist für mich kein Reiz“, erzählt Sven, der sein erstes Mal auf dem Schulklo hatte. Um 1999 hatte er sein Coming-out. Leider könne er sich nicht mehr an das genaue Datum erinnern, dafür aber umso besser an die Situation: „Es war beim Mittagessen. Meine Eltern haben ganz normal reagiert. Sie haben es wohl schon immer geahnt“, beschreibt er.
Sven, wie er dort sitzt in seinem Sessel. Vollkommen „unschwul“. Keine abgeknickten Handgelenke. Kein nasal-gekünsteltes Sprechen. „Alles nur Klischee. Es gibt zwar Leute mit den typisch tuntigen Gesten, ich kann darüber aber nur lachen“, klärt Sven auf und wiederlegt im selben Atemzug das Vorurteil der Rollenverteilung. „Es gibt zwar homosexuelle Beziehungen, in denen ein Mann den weiblichen Part übernimmt. Die Regel ist das aber nicht.“
Und wie lebt es sich als Schwuler im Spreewald? „Intoleranz und abwertende Reaktionen hat jeder von uns schon erlebt. Aber im Allgemeinen lebt man hier gut.“ Wenn Sven nicht gerade beruflich auf Montage ist, dann fährt er zeitweilig gern nach Berlin zum Feiern. „Hier ist die Szene größer. Man macht einfacher Bekanntschaften.“ Verliebt habe er sich auch schon in Heterosexuelle. Es ist, so sagt er, umso schwerer wenn man merkt, dass sich von vornherein nichts entwickeln kann. „Einige reagieren aber auch ganz offen. Für mich ist dann die Verlockung da, auszuloten, wie weit man gehen kann.“ Ausloten muss nicht nur Sven sein Verhalten. In einer so offenen Gesellschaft sollten abwertende Bemerkungen über Schwule der Vergangenheit angehören. Letztlich sucht jeder nun einen Partner für ein gemeinsames Leben.
*Name geändert
Filed under: freithema | 6 Comments
Tags: Berlin, Homosexualität, leben, Leidenschaft, Liebe, Männer, schwul, Sex, Sexualität, Spreewald, Szene
I want to go to (?)
• WELTsein •
Wenn man …
… nur noch an thailändische Rosenäpfel denken kann, nirgendswo anders als beim Lieblingsasiaten isst, beim Blick aus dem Fenster Schottland sieht, in englisch träumt, dampfende New Yorker Gullideckel vermisst, Bambuswürmer lecker findet, Formel 1 schaut (um zu sehen, wie schön das Wetter in Australien ist), Tomatensuppe mit Kokos kocht, Reiseführer liest, Stewardess werden will …
… dann leidet man unter FERNWEH.
Filed under: freizügig | 5 Comments
Ich … will dich nicht verstehen!
• WIRsein •
Nach wochenlanger Regenetortur schien zu Beginn der Woche endlich die Schlechtwettermisere ein Ende zu nehmen. Zeit, dass meine Seele sich endlich vom Mantel der Winterdepression befreite und gute Laune anlegte. Wäre da nicht …
Kaum hat sich das Knöspchen Euphorie auch nur einen Weg an die Oberfläche schlagen können, war da eines dieser abscheulichen Sachen, die Hochmut schnell in den Kellern treiben können: Verstümmelte Sprache. Vergewaltigte Sprachbrocken, schreckliche Wortneuschöpfungen, unnütze Füllwörter und katastrophaler Ausdruck.
Vorbei ist die gute Laune. Wir nähern uns der sprachlosen Gesellschaft.
Wie sollen wir auch die verbale Kommunikation in ihrer Schönheit schätzen, wenn Twitter uns in 140 Zeichen zu schreiben lehrt und ICQ mit Smilies Emotionen besser ausdrücken lässt als mit Worten. Nur zeigt im realen Leben ein *lol* und die Absprache zum *we* den geistigen Tiefstand des Wortbarbaren.
Der Computer versteht uns mit einem Mausklick und WoW zocken verhindert trefflich sich nach dem Befinden der Freunde zu erkundigen. Wir stumpfen ab und das nicht nur in unserer Empathie, die Elektronik von uns nicht verlangt.
Sind wir plötzlich gezwungen, uns in die reale Welt zu begeben, greifen wir auf ausgesogene Floskeln und flache Sprüche zurück. Ganz in Politikermanier sollen leere Worthüllen sagen, was wir verlernt haben auszudrücken. Auf Sprachlosigkeit folgt Inhaltslosigkeit. Wir stehen vor einem Kommunikationsproblem.
Und da fragen wir uns, warum Jugendliche immer öfter die Beherrschung über sich verlieren, Beziehungen auseinanderbrechen und Politik kein Interesse mehr weckt?
Was dagegen hilft? Rotwein und Zeit.
Filed under: freithema | 4 Comments
Tags: Gesellschaft, karg, Kommunikation, lieblos, ohne Worte, Sprache, sprachlos, Verarmung, verständlislos


Name: Sophia Wilk


