Lifestyle
Wir sind wach!
• AKTIVsein •
Am 10. Mai 1933 wurden zehntausende Bücher in 21 deutschen Städten auf riesigen Scheiterhaufen verbrannt.
Initiatoren waren Studenten, Professoren und Gelehrte.
„Kampfausschüsse wider dem undeutschen Geist“ formierten sich an Hochschulen.
Mit 21 Thesen wurden jüdische, sozialdemokratische und liberale Ideen angeprangert.
Das Feuer sollte die Deutsche Nation innerlich reinigen.
Wie eine Krankheit wurden Hochgüter der literarischen Kunst vernichtet.
Mehr als 70 000 Personen nahmen allein in Berlin unter lautem Gejohle an der Verbrennung teil.
Menschenketten wurden gebildet um Lastwagenladungen an Büchern in die lodernde Glut zu werfen.
Werke von Brecht, Tucholsky, Kästner und vielen anderen deutschen und ausländischen Autoren wurden Opfer der Flammen …
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Seit Jahren hat das Spreewaldidyll Lübben mit einem sich etablierenden Problem des Rechtsextremismus zu kämpfen. In den vergangenen Jahren zeichneten neofaschistische Parolen an Häuserwänden und rassistische Flugblätter das Stadtbild. Selbst Schuleinrichtungen wurden Zielscheibe der rechtsextremen Übergriffe. Mit markanten Losungen wie „Freiheit!“ und „Wir zündeln weiter!“ drängen sich Neonationalsozialisten aus dem Spektrum der Gesellschaft und prägen der Touristenstadt Lübben einen unliebsamen Stempel auf.
Diese Offensiven nahm der Politikkurs 11 des Paul-Gerhardt-Gymnasiums Lübben unter der Leitung von Bärbel Wasternack am 6. Mai zum Anlass, aufklärend und demonstrativ ein Zeichen gegen das rechte Gedankengut zu setzen. Mit einer Lesung sollte im Gedenken an die Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 auf die Problematik aufmerksam gemachen werden. Schriften der national verfolgten Autoren O.M. Graf und Heine waren ebenso Bestandteil, wie einzelne Auszüge aus Remarques Werken.
Mit großem Aufwand wurde die Lesung im Landratsamt Lübben vorbereitet. Fortwährend herrschte eine gedrückte Atmosphäre in dem großen Sitzungssaal. Eine schlichte Bühnenausstattung lenkte die Konzentration der Zuhörer ganz auf die Literatur.
Leider waren nur wenige der geladenen Gäste aus Politik und Bildung erschienen. Trotz der Brisanz des Themas war die Resonanz noch sehr dürftig, wenn gleich die Lesung an sich ein voller Erfolg war.
Die fabelhafte Welt der …
… Frauen
Teil 6
• WIRsein •
Liebe Männer,
wenn ihr nun gierigen Blickes neuen enthüllenden Stories entgegen lechzt, muss ich euch leider enttäuschen.
Bestimmte Klischees lassen sich einfach nur bestätigen und so müssen wir Frauen uns wohl damit abfinden, dass Einparken nur mit einem Smart unterm Hinter wirklich gut geht. Ebenso solltet ihr mittlerweile verstanden haben, dass ein “Nein” nur die höflichere Variante eines “Ja” sei.
Worin ihr aber dringend Nachhilfe braucht, ist die Handhabung mit dem weiblichen Geschlecht, dem ihr mit eurem durchaus betörenden Auftreten so manche Male den Kopf verdreht.
Ist es euch bewusst, welche Auswirkungen eine solche Begegnung haben kann? Wie die schweißnassen Hände schnell in der Jackentasche verschwinden, der hinreißende Duft von Männlichkeit sich in die Nasengänge hochzüngelt und stotternde Sprachbrocken sich aus den losen Mündern quälen? Dass Frau letztendlich nur ein freundschaftliches Lächeln zugeworfen bekommt und in ihren wirren Fantasieren versinkt, die sich in Tagträumereien entladen?
Anstatt dem sehnsüchtigen Anhimmeln endlich ein triumphales Ende zu bereiten, meldet sich der kleine Mistkerl und bringt die rosa-rote Seifenblase zum platzen.
… KRAWUM …
Aus ist das Tageshoch. So beschwichtigt sich Frau mit der Annahme, Männer seien einfach nur biologisch ignorant vorprogrammiert und verlegt die nächste imaginäre Audienz mit dem Schwarm zwischen Mittagspause und Arbeitsalltag.
Aber Frau wäre nicht Frau, wenn sie nicht mit allen Künsten der weiblichen Reize versuchen würde, das Objekt der Begierde ins Netz der Liebe zu spannen.
Nur seid gewarnt, Männerschar!
Habt ihr euch einmal in die Höhle der Löwin gewagt, dann seid gut daran der Dame Treue zu schwören. Ansonsten wird aus dem liebreizenden Marienkäfer eine gefährliche Gottesanbeterin …
Hundeblick
Julia und Dennis mucken auf
In den vergangen Jahren wurden die Gelder für die Jugendarbeit immer mehr gekürzt. Standen 1999 noch 13.968.317 Euro für Kinder- und Jugendarbeit zur Verfügung, waren es 2007 nur noch knapp 9,1 Millionen Euro.
Deshalb fordert der Landesjugendring Brandenburg mehr Geld für Kinder und Jugendliche.
Insbesondere sollen hierbei folgende Bereiche beachtet werden:
Unterstützt von anderen Jugendorganisationen, wie dem Brandenburger Jugendrotkreuz, fordert der Landesjugendring eine Angleichung der zur Verfügung gestellten Gelder an die Summe von 1999 plus einem Inflationsausgleich, was im Resultat einer Summe von knapp 15,7 Millionen Euro entsprechen würde.
Das wären durchschnittlich 9,70 Euro mehr für jeden Jugendlichen in Brandenburg gegenüber dem Haushaltsplan von 2007.
• Zum Weiterlesen und Spenden •
Du bist toll!
• LEBENDIGsein •
… Ach ja? Gib Acht! Ich glaube dir diese devoten Worte noch …
Urplötzlich sind die über den Hosenbund quellenden Speckwülste “Liebesröllchen”, die Vier in Mathe ein Akt diskriminierender Schülerschmähung und der schlecht bezahlte Nebenjob Kontaktbörse für flirtwillige Jugendliche.
Einbildung als Element des Selbstbetruges. Wie beständig der Verstand in seinem Keim, der elenden Lüge entgegenzusetzen, erstickt wird. Welch euphemistisches Verhalten seiner Selbst.
Warum heucheln wir uns die Welt in Watte? Selbstschutz?
Die Konfrontation mit den Problemen der Umwelt birgt das Risiko, sich einzugestehen, fehlerbehaftet zu sein. Eine falsche Entscheidung getroffen zu haben. Nicht den richtigen Weg gegangen zu sein.
Anstatt unsere Selbstachtung ritterlich mit edelmütigen Eingeständnissen zu verteidigen, ziehen wir das schüchtern jungfräuliche Tuch der Verleumdung. Einmal zu der Tat des manifestierenden Entschlusses entschieden, ist der Schurke nur schwer von seinem Pfad abzubringen. Religiöse Dogmen, politische Propaganda und ethnische Vorurteile werden so in Mark und Fleisch eingesponnen.
Aber warum schwerer machen, als es uns möglich ist? Lieber hinterfrage ich das verdächtig schmeichelhafte Kompliment nicht und rede mir die großen Gefühle meines Angebeteten zu mir mit wachsendem Erfolg ein.
(Jakob Boßhart)
Tags: Lüge
Im Namen des Engagements
• AKTIVsein •
Jedes 6. Kind unter 7 Jahren ist auf Sozialhilfe angewiesen.
Mehr als 9 Prozent der deutschen Familien müssen mit weniger als 50 Prozent des durchschnittlichen Einkommens ihr Leben finanzieren.
Ein Drittel der drei Millionen Sozialhilfeempfänger sind Kinder und Jugendliche.
In Deutschland muss in der Regel keiner verhungern. Nur wenige Menschen leben in “absoluter Armut” und haben keinen Zugriff zu lebensnotwendigen Dingen, wie Wasser und Nahrung.
Dennoch gibt es auch in der Bundesrepublik viele Leute, die sich nicht gesund ernähren können oder in ihrer Bildung benachteiligt werden, weil sie dafür kein Geld haben. Sie können an dem durchschnittlichen und alltäglichen Leben nicht teilnehmen. Deshalb spricht man hier auch von “relativer Armut”, die das Fehlen von üblichen Dingen, wie gesunde Nahrung, angemessene Bildung und soziales Leben implizieren.
Lübben demonstiert
• AKTIVsein •
Am vergangen Samstag, den 12. April, sind unter lauten Bekundungen erneut mehr als 350 rechtsextremistische Anhänger in Lübben aufgelaufen. Bereits im Dezember 2006 zogen die Neonazis eine braune Spur durch den Touristenmagnet im Spreewald.
Anlass der Demonstration war in diesem Jahr die Schließung des rechten Jugendtreffs “Bunker 88″. Bereits in mehreren Großeinsätzen rückte die Polizei in die angemieteten Räumlichkeiten der ehemaligen Brauerei ein. Allein zwischen 2006 und 2007 hat die Polizei acht Veranstaltungen im Bunker registriert, vier davon aufgelöst. Continue reading ‘Lübben demonstiert’
Gegen das Vergessen
• AKTIVsein •
Wenn Hass vor Menschlichkeit waltet und Hunger den Leib zerfrisst, bedarf es Aufmerksamkeit. Die Geschichte führt grausige Kapitel. Sie konfrontiert uns mit Abscheulichem. Die bewusste Aufarbeitung der Zeit des Nationalsozialismus und die Gedenkstättenpädagogik nimmt deshalb einen besonderen Platz in der Arbeit des Stadtjugendringes Königs-Wusterhausen ein. Auch im Jahr 2008 werden die Fahrten in Konzentrationslager fortgesetzt.
Zum 63. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald bin ich am Freitag, den 11. April zusammen mit einer Jugendgruppe des >>Stadtjugendrings Königs Wusterhausen nach Weimar gefahren, um gemeinsam mit mehr als 700 Jugendlichen aus der ganzen Welt an internationalen Gedenkveranstaltungen zu Ehren der Opfer und Überlebenden des KZ’s bis zum darauf folgenden Samstag teilzunehmen.
Am frühen Morgen starteten wir fünf Jugendliche und drei Betreuer in Richtung Thüringen.
Tags: Buchenwald, Gedenkstätte, jugendarbeit
FEUCHTGEBIETE
• BELESENsein •
Gewöhnlich gebe ich Auszüge der vorzustellenden Literatur preis, allerdings verzichte ich diesmal großzügig darauf, da ich keinen der Leser den Appetit verderben will.
Angeregt durch den Leistungskurs Deutsch 13, der sich im Moment mit der eigenwilligen Belletristik beschäftigt, habe ich mir Feuchtgebiete von der Grimme-Preisträgerin Charlotte Roche besorgt. Schließlich war ich der Meinung, dass solch brisante Lektüre einen besonderen literarischen Reiz haben muss, um in dem anspruchsvollen Unterricht eines Leistungskurses analysiert, interpretiert und diskutiert zu werden. Also verschlang ich mit heiterer Begeisterung die ersten Kapitel. Währenddessen amüsierte ich mich über die intimen und sehr offenherzigen Details geschlechtlicher Beziehungen und dem darum gebauten Akt.
Die 18 jährige Protagonistin Helen Memel wird nach einer missglückten Intimrasur auf die Innere Abteilung eingewiesen. Ihre Mission - Das geschiedene Elternpaar wieder zu vereinen. Die dabei verwendeten drastischen Mittel nehmen einen sehr ungesunden Charakter an und führen letztlich zu einer rettenden Not-OP auf der proktologischen Station. Während der Genesungszeit nutzt Helen die Tage ausgiebig, um in die bisher unerforschten Regionen ihres Körpers vorzudringen und auf kulinarische Reise in die schleimig warmen Gebiete ihres verwinkelten Leibes “einzutauchen”. Ihr freimütiges Temperament zieht auch den Jungpfleger Robin in die Bodyexkursion mit ein, der zunächst nur als Fotograf für die den Blicken verschlossenen Organen fungieren muss.
Das Handlungsgerüst wird durch die Avocadosammlung komplettiert, die nicht nur optische Aspekte in dem ansonsten recht eintönigen Zimmer erfüllen.
“Feuchtgebiete” ist der hygienische Tabubruch. Der angepriesene reine weibliche Körper wird auf seine dreckigen Einzelheiten untersucht und ausgetestet. Charlotte Roche spricht aus, was als unschick gilt. Sie schmeißt ohne große Umschreibungen vulgäres, gar ekelerregendes Termini um sich und projiziert ein schmutziges Bild von Sex und der Reinlichkeit auf den Leser. Schürte dieser Schreibstil anfangs noch das Interesse, so forderte er gegen Ende vermehrt den guten Geschmack heraus. Der triviale Schreibstil, die lose Handlung und das radikale Vokabular erreichen das, was Charlotte Roche in die Welt senden wollte: Eine zerstörrte Ästhetik des von den Zeitschriften blumig umpackten feminienen Körpers. Sie zeigt das, was nicht einmal hinter vorgehaltener Hand in eine Gruppe getragen wird.
Ihr Ziel wurde erreicht. Das Buch ist Schulliteratur.
Feuchtgebiete
Charlotte Roche
Dumont Buchverlag 2008
Taschenbuch
220 Seiten
€ 14,90
ISBN 978-3-8321-8057-7






Name: Sophia Wilk

