Die Verhältnisse rocken
Am 22. Januar 2010 wird ATTAC zehn Jahre alt. Die französische Organisation als „Vereinigung für eine Besteuerung von Finanztransaktionen zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger“ pieckst seit nun fast einer Dekade ihren mahnenden Finger in alle Ungerechtigkeiten der globalisierten Welt. Am 13. November veröffentlichte nun das Kölner Label Rookie Records den Geburtstagsampler gestaltet von Musikgrößen wie Sportfreunde Stiller, Bela B., Jan Delay und Madsen. ATTAC heißt Einsatz für Soziale Gerechtigkeit, bessere Umweltstandards und Menschenrechte. Weg von der Zweiklassenmedizin, Zerstörung der Natur und Atomkraft. Die Verhältnisse passen nicht. Es gibt vieles, was dagegen getan werden kann. Hinhören, nachdenken und sich interessieren – das versuchen ATTAC und alle Künstlerinnen und Künstler, die den Sampler mitgestaltet habe. ATTAC und die Musiker haben die Maxime eines perfekten Planeten. Sie wollen die Verhältnisse rocken und die Welt verändern. Die Verhältnisse rocken – so heißt auch der gemeinsam herausgebrachte Sampler. Mit exklusive Tracks, Remixversionen und Neuproduktionen trumpfen die Künstler in ganz unterschiedlicher Weise auf. Eine Prise chilliger Strand-Sonne-Meer-Songs, gemischt mit der Würze von progressivem Revoluzzergesang rundet das Projekt Weltverbesserung zu einem musikalischen Leckerbissen ab. Kein Herzschmerz, sondern Texte, die direkt die Probleme der Gesellschaft ansprechen. Die CD macht Mut und fordert zu mehr politischer Verantwortung auf. Ein Muss für jeden Sammler exklusiver Zusammenstellungen und origineller Mixe.
Filed under: freizeit | Leave a Comment
Tags: attac, Engagement, er, Gesellschaft, globalisierung, international, Jubiläum, Menschen, Netzwerk, Verantwortung
Ich werde …
• GEFRAGTsein •
… Offizier. In einem Jahr studiere ich Medizin über die Bundeswehr. Und gerate in Konflikt mit denen, die mir lieb sind.
Schreib mir, was Du dir für deine Zukunft vorstellst!
Filed under: freithema | 2 Comments
Tags: Arzt, Bundeswehr, Konflikt, Medizin, Offizier, Sanitätsdient, Soldat, Zukunft
• LITERATsein •
„Briefe leben, atmen warm und saugen mutig, was das bange Herz gebeut. Was die Lippen kaum zu stammeln wagen, das gestehn sie ohne Schüchternheit.“
Continue reading ‘Wenn Briefe ihre Melodie verlieren’
Filed under: freiwild | Leave a Comment
Tags: Briefe, Elektronik, Essay, Gedanken, Gegenwart, Hier und Jetzt, schreiben, Zeit
Dorfkinds Weltsicht [4]
Johann, der Holländer
Soweit ich mich erinnern kann, war es ein kalter Tag. Die erste frische Brise zottelte an den Kleidern. Ich war gerade auf dem Weg zum Flughafen. Es sollte nach Stuttgart gehen. Die verbleibende Zeit zum Abflug verbrachte ich mit einem schnöden Buch am Alex. Ungewöhnlich wenige Menschen waren an diesem frühen Nachmittag unterwegs. Wenige, doch unter ihnen Johann. Johann, der Holländer.
Gerade, als ein warmer Kaffee immer verlockender wurde und ich schon im Aufstehen war, kam er. Mit seinem riesigen zerlumptem Gepäck setzte er sich auf das kleine Stück der Bank, das neben mir noch frei war. Er roch. Nach Alkohol, stockiger Wäsche und lasch nach Urin. Nichts, was besonders wäre am Alex.
Er begann zu erzählen. Er merkte gar nicht, dass ich nicht zu hörte. Bis er anfing, in seiner Tasche zu kramen. Alles mögliche kam zum Vorschein. Geld, sein Ausweis und Kleinkram, das er mir unter die Nase hielt. Sein gebrochenes Deutsch war nur schwer zu verstehen, doch irgendwie bekam ich mit, dass er mir vom Krieg erzählte. Irak meinte er. Da war er stationiert. Ob ich das verstände? Ich nickte. Er tat mir Leid, wie er da saß, mit seiner Pulle Korn in der Hand, dem aufgeknöpften Hemd unter dem sich ein kleiner Kugelbauch hervor schob und der Leere in den Augen.
Dann fing er an seine Hose hochzukrempeln. Da verstand ich endlich, was er mir schon die ganze Zeit erzählen wollte. Warum es der Krieg war, der das Gespräch beherrschte.Zu sehen bekam ich mehr ein Stöckchen, als dass es noch ein Bein sein konnte, überseht mit großen Narben. Das, so sagte er mir, war der Irak. Durchlöchert haben ihn die Kugeln. Als sichtbares Zeichen dessen blieben die nun der Kälte wegen bläulich verfärbten Gewebewucherungen am Schenkel. Sichtbar, doch im Gegensatz zur Seele abgeheilt.
Später musste ich gehen. Er blieb sitzen und starrte in die kleine Menschenmenge.
Filed under: freiwild | Leave a Comment
Tags: Alex, Alkohol, Berlin, Erlebnisse, Holländer, Irak, Johann, Krieg, Narben
Die Freiheit Ich zu sein
• MENSCHsein •
An einem Montag um 15.15 Uhr geht er mir entgegen, direkt zum Rauchervorplatz des Gymnasiums. Tobias Hempler kommt gerade aus der Anwaltskanzlei seines Chefs: Er gibt seiner Tochter Nachhilfe in Mathe. Jede Woche, jeweils zwei Stunden. Die dicke Wolkendecke gibt auch am späten Nachmittag noch keinen Fetzten Himmel frei. Stattdessen fallen die nächsten dicken Tropfen. Der Herbst kündigt sich merklich an. Dem Wetter entfliehend gehen wir auf einen Kaffee zum Bäcker um die Ecke. Zwei Caramelmachiato versüßen die kalten Temperaturen. Tobi lehnt sich zurück und genießt die freie Minute. Die Woche beginnt stressig.
„Meine Mutter würde mich am liebsten umbringen, wenn ich ihr von meinen Plänen erzähle“, beginnt er trocken.
Continue reading ‘Die Freiheit Ich zu sein’
Filed under: freithema | 1 Comment
Tags: Aussichten, EFD, Europa, Freiheit, Gedanken, Geschehnisse, Geschichte, Menschen, Nordirland, SJR KW, Tobias Hempler, Zukunft
DIE FLIRTERTIN
• BELESENsein •
„Sie sind die Eisprinzessin und ihr Flirtopfer der Eisbrecher.“ Ja, es gibt sie, die hohe Kunst der Verführung: In Buchformat als „Die Flirterin“. Im Crashkurs-Format will Philip von Senftleben aus dem Mauerblümchen einen männervernaschenden Vamp machen und zieht dabei als Vollprofi im Fach alle Register der Verlockung. Wie er das tut? Kurzerhand und eloquent manövriert er Frau durch die trübe See der Flirtstrategien und Smalltalkthemen. Ob nun als freche Jägerin oder entzückende Sammlerin – Frau lernt hier, wie Mann bezirzt werden kann und fragt sich nebenbei, warum X-Beine bei ihr ziemlich sexy wirken sollen. Letztlich sollten alle Tipps den männlichen Spieltrieb wecken und für interessante Stunden in Bar, S-Bahn oder Wartezimmer sorgen. Das Spiel mit den Reizen ist eröffnet, sodass bald: „Irritieren Sie das Objekt Ihrer Begierde durch eine charmante Unverschämtheit!“ in die Tat umgesetzt werden kann.
Die Flirterin
Philipp Senftleben
rororo Taschenbücher
Taschenbuch
122 Seiten
€ 5,00
ISBN 3499625199
Filed under: freizeit | 3 Comments
Tags: Buch, flirten, Frauen, leben, lesen, Liebe, Literatur, Männer, Rezension, Senftleben


Name: Sophia Wilk

